Das Nebelkind

Ich bin das Nebelkind,

im Monat November geboren.

Fahre mit dem Rad geschwind,

friere an meinen Ohren.

Durch den Vorhang aus Tröpfchen,

die lenkenden Hände fast erfrorn‘,

rieche ich schon duftende Plätzchen,

ganz gedankenverlorn‘.

Ein feuchter Film legt sich auf mein Gesicht,

die Dunkelheit kämpft gegen das Morgenlicht.

Ein samtes Gefühl steigt in meinen Magen,

denke an Gummistiefel und meine Oma sagen.

Fass keine Nassschnecken an, die kleben schlimm,

ich tu es trotzdem, welch ein Irrsinn.

Mit pappigen Händen und kalten Zehn,

denk ich heut, Kinder müssen halt mit den Fingern sehn.

Die Kälte kriecht an meinen Beinen hinauf,

streckt ihre Arme nach mir aus.

Ich merke es kaum, als kleiner Dreckspatz,

habe ich nur Augen für meinen Abenteuerspielplatz.

Rechtzeitig holt mich meine Oma rein,

an den Kachelofen mit Tee, so ist´s fein.

Darum liebe ich den November so sehr,

auch wenn die Kindheit ist schon lange her.